Frühförderung aus Sicht der Schule

von: Daniela Nager
(Schulleiterin der Marina-Thudichum-Grundschule)

In den letzten Jahren entfachte eine große Diskussion rund um das Thema „Frühförderung“ und viele Eltern sind sehr verunsichert, wie viel Förderung sie ihrem Nachwuchs zu welchem Zeitpunkt angedeihen lassen sollen.

Allerlei Angebote gibt es für Kinder ab dem Kindergartenalter, die Talente fördern oder Interessen wecken sollen. Kinderturnen, musikalische Frühförderung, Sprachkurse, etc.

Grundsätzlich davon zu unterscheiden ist die Frühförderung mit therapeutischem Ansatz wie Logopädie, Ergotherapie und dergleichen. Sollten Ihnen Ihr/e Erzieher/in oder der Kinderarzt über Auffälligkeiten bei Ihrem Kind berichten, sollten Sie dies sehr ernst nehmen und Ihr Kind bei einem Fachmann vorstellen, denn unter Umständen besteht Handlungsbedarf.

Hierbei sollten Sie auch nicht auf „Selbstheilung“ warten, denn eine Therapie braucht in erster Linie Zeit und eine Schwäche oder Störung „verwächst“ sich nicht, sondern manifestiert sich im Laufe der Jahre. Ist vor dem Schuleintritt bereits eine Auffälligkeit bei Ihrem Kind festzustellen, sollten Sie die kostbare Zeit vor dem Schuleintritt nutzen und nicht warten, bis Ihr Kind in der Schule ist und die Defizite noch evidenter werden.

Die Zeiten der Stigmatisierung sind zum Glück längst vorüber und wir freuen uns seitens der Schule, wenn wir wissen, dass Ihr Kind bisher schon bestmöglich in seiner Entwicklung begleitet wurde. Auch hilft es uns, an diese Förderung anzuknüpfen und altersgemäß mit Ihrem Kind weiter zu arbeiten. So individuell und so übergangslos wie möglich sollten hier Gegebenheiten für Ihr Kind geschaffen werden, die dessen Entwicklung optimal unterstützen. Sprache und Motorik sind zwei der grundlegendsten Faktoren zum Erlernen der Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben. Diese wiederum bilden das Fundament für eine erfolgreiche Bewältigung der Anforderungen der Schule und auch des Lebens. Daher können wir Frühförderung nur positiv sehen, sofern sie nötig ist.

Überflüssig zu sagen, dass hier jeglicher Überaktionismus ebenso fehl am Platz ist, wie nicht zu handeln. Ein Mensch kann auch übertherapiert werden. Das richtige Maß ist, wie bei allen Dingen im Leben, entscheidend.

Empfehlen möchte ich Ihnen gern noch folgende Webseite, die mehr zum Thema informiert:
www.fruehfoerderung-viff.de/eltern/

Daniela Nager
(Schulleiterin der Marina-Thudichum-Grundschule)